Schmuck reinigen: So glänzen Silber, Gold und Modeschmuck wieder

Schmuck reinigen: Silberring wird mit weicher Zahnbürste über einer Schüssel mit lauwarmem Seifenwasser gereinigt, daneben Goldkette und Schmuckkästchen

Ein Ring, der plötzlich stumpf aussieht, eine Silberkette mit dunklen Flecken oder Ohrringe, die ihren Glanz verloren haben: Früher oder später stellt sich bei fast jedem Schmuckstück die Frage, wie man es richtig reinigt. Die gute Nachricht ist, dass du dafür meistens weder teure Spezialmittel noch einen Juwelier brauchst. Wer seinen Schmuck regelmäßig pflegt und anschließend in einem passenden Schmuckkästchen aufbewahrt, kann sich lange an seinen Lieblingsstücken erfreuen.

Allerdings gibt es beim Schmuck reinigen eine wichtige Regel: Nicht jede Methode passt zu jedem Material. Was bei massivem Silber wahre Wunder wirkt, kann vergoldeten Modeschmuck, Perlen oder empfindliche Edelsteine dauerhaft beschädigen. Gerade bei beliebten Hausmitteln wie Zahnpasta, Essig oder Alufolie lohnt sich deshalb ein genauer Blick.

In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du Silberschmuck, Goldschmuck, Modeschmuck, Edelstahl, Perlen und Edelsteine schonend reinigst, welche Hausmittel wirklich helfen und welche du besser meidest. Außerdem zeigen wir dir, wie du deinen Schmuck nach der Reinigung so aufbewahrst, dass er möglichst lange glänzt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Schmuck reinigen: Silberring wird mit weicher Zahnbürste über einer Schüssel mit lauwarmem Seifenwasser gereinigt, daneben Goldkette und Schmuckkästchen
  • Für fast jeden Schmuck geeignet: lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel und eine weiche Zahnbürste.
  • Angelaufenes Silber: Ein Bad mit Alufolie und Salz oder Natron löst dunkle Beläge, aber nur bei Schmuck ohne Steine und Perlen.
  • Gold: Mildes Seifenwasser reicht in der Regel aus. Chlor, etwa im Schwimmbad, solltest du meiden.
  • Modeschmuck: Nur kurz mit Wasser in Kontakt bringen und sofort gründlich trocknen.
  • Perlen und empfindliche Steine: Nur mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abwischen.
  • Danach: Schmuck vollständig trocknen lassen und getrennt, trocken und geschlossen aufbewahren.

Warum läuft Schmuck an oder wird stumpf?

Damit du die richtige Reinigungsmethode wählen kannst, hilft es zu verstehen, woher die Verschmutzungen eigentlich kommen. Denn nicht jeder Belag ist gleich.

Bei Silber entsteht der typische dunkle Belag durch eine chemische Reaktion: Silber reagiert mit Schwefelverbindungen aus der Luft, insbesondere mit Schwefelwasserstoff. Dabei bildet sich Silbersulfid, das sich als gelbliche, bräunliche oder schwarze Schicht auf dem Schmuck absetzt. Hohe Luftfeuchtigkeit, Schweiß, Cremes, Parfum und Haarspray können diesen Prozess beschleunigen.

Goldschmuck läuft dagegen selten an. Vielmehr wird er durch Hautfett, Seifenreste, Cremes und Staub mit der Zeit matt. Bei Gold mit niedrigerem Feingehalt, also mit einem höheren Anteil anderer Metalle, kann es allerdings ebenfalls zu leichten Verfärbungen kommen.

Bei Modeschmuck besteht der Kern häufig aus unedlen Metallen wie Messing oder Kupfer, die nur dünn beschichtet sind. Reibt sich diese Beschichtung ab oder kommt Feuchtigkeit hinzu, können grünliche oder dunkle Verfärbungen entstehen, die übrigens auch auf der Haut sichtbar werden können.

Welche Reinigungsmethode passt zu welchem Schmuck?

Bevor du loslegst, solltest du genau wissen, woraus dein Schmuckstück besteht. Die folgende Übersicht hilft dir bei der Auswahl der passenden Methode.

MaterialGeeignete ReinigungNicht geeignet
Silber (massiv, ohne Steine)Spülmittelbad, Alufolie mit Salz oder Natron, SilberputztuchScheuermittel, Chlor, grobe Zahnpasta
GoldLauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel, weiche BürsteChlor, scharfe Reiniger, Scheuermittel
Modeschmuck (vergoldet, versilbert)Feuchtes Tuch, kurz mit Seifenwasser abtupfenEinweichen, Alufolie-Bad, Säuren
EdelstahlSeifenwasser, weiches TuchStahlwolle, Scheuermittel
PerlenWeiches, leicht feuchtes TuchSäuren, Ultraschall, Einweichen
Diamanten und harte EdelsteineSeifenwasser, weiche BürsteScharfe Chemikalien bei geklebten Fassungen
Opal, Türkis, Smaragd, BernsteinWeiches, leicht feuchtes TuchUltraschall, Hitze, Einweichen

Merksatz: Wenn du nicht sicher bist, aus welchem Material dein Schmuck besteht, beginne immer mit der sanftesten Methode: lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel und ein weiches Tuch.

Silberschmuck reinigen: Die besten Methoden

Silber ist das Material, das am häufigsten gereinigt werden muss, denn es läuft besonders leicht an. Je nach Grad der Verschmutzung kannst du zwischen verschiedenen Methoden wählen.

1. Die sanfte Grundreinigung mit Spülmittel

Für leicht verschmutzten Silberschmuck reicht oft schon ein einfaches Bad. Fülle eine kleine Schale mit lauwarmem Wasser und gib einen Tropfen mildes Spülmittel hinzu. Lege den Schmuck für einige Minuten hinein und reinige ihn anschließend vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste, besonders an Verschlüssen, Gravuren und Zwischenräumen.

Spüle den Schmuck danach mit klarem Wasser ab und trockne ihn gründlich mit einem weichen, fusselfreien Tuch. Diese Methode entfernt Hautfett, Cremereste und Staub und eignet sich für die regelmäßige Pflege.

2. Alufolie mit Salz oder Natron bei starkem Anlaufen

Ist dein Silber bereits deutlich dunkel angelaufen, hilft ein bekanntes Hausmittel: das Bad mit Alufolie. Dabei wird der dunkle Belag durch eine elektrochemische Reaktion vom Silber gelöst, ganz ohne Schrubben.

Silberschmuck reinigen mit Alufolie: Silberkette, Ring und Armband in einer mit Alufolie ausgelegten Schüssel mit heißem Salzwasser, daneben Natron
  1. Lege eine Schüssel mit Alufolie aus.
  2. Gib den Silberschmuck so hinein, dass er die Folie berührt.
  3. Übergieße ihn mit heißem Wasser, in dem du zwei bis drei Teelöffel Salz oder Natron pro Liter aufgelöst hast.
  4. Lass den Schmuck einige Minuten im Bad liegen, bis sich die Verfärbung sichtbar löst.
  5. Spüle ihn mit klarem Wasser ab, trockne ihn gründlich und poliere ihn mit einem weichen Tuch nach.

Wichtig: Diese Methode ist nur für massiven Silberschmuck ohne Steine, Perlen oder geklebte Elemente geeignet. Auch bewusst geschwärztes, also oxidiertes Silber, bei dem dunkle Vertiefungen zum Design gehören, solltest du nicht auf diese Weise reinigen, da der gewünschte Effekt sonst verloren gehen kann.

3. Das Silberputztuch für die regelmäßige Pflege

Ein Silberputztuch ist mit speziellen Pflegemitteln imprägniert und eignet sich hervorragend, um leichte Verfärbungen zu entfernen und den Glanz zu erhalten. Reibe den Schmuck einfach sanft damit ab. Wer seinen Silberschmuck regelmäßig poliert, muss ihn seltener intensiv reinigen.

Und was ist mit Zahnpasta?

Zahnpasta gehört zu den bekanntesten Hausmitteln, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Viele Zahnpasten enthalten Schleifpartikel, die auf der weichen Silberoberfläche feine Kratzer hinterlassen können. Wenn überhaupt, solltest du nur eine Zahnpasta ohne Schleifpartikel verwenden. In den meisten Fällen sind Spülmittel, Alufolie oder ein Silberputztuch die schonendere Wahl.

Goldschmuck reinigen: Sanft zum neuen Glanz

Gold ist relativ unempfindlich gegenüber Luft und Feuchtigkeit, wird aber durch Hautfett, Cremes und Seifenreste mit der Zeit matt. Die Reinigung ist zum Glück unkompliziert.

Lege deinen Goldschmuck für etwa zehn Minuten in lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel. Anschließend reinigst du ihn mit einer weichen Zahnbürste, spülst ihn mit klarem Wasser ab und trocknest ihn mit einem weichen Tuch. Für Ringe mit Diamanten oder anderen harten Edelsteinen eignet sich diese Methode ebenfalls, solange die Steine nicht geklebt sind.

Meiden solltest du Chlor, wie es in Schwimmbädern oder manchen Reinigungsmitteln vorkommt, sowie Scheuermittel und aggressive Haushaltsreiniger. Bei rhodiniertem Weißgold ist zusätzlich Vorsicht geboten: Die schützende Rhodiumschicht kann sich durch Reibung mit der Zeit abnutzen und sollte deshalb nicht mit groben Mitteln behandelt werden.

Modeschmuck reinigen: Schonend statt gründlich

Modeschmuck besteht meist aus einem unedlen Metallkern, der nur dünn vergoldet, versilbert oder beschichtet ist. Genau diese Beschichtung ist empfindlich und sollte bei der Reinigung möglichst wenig belastet werden.

Wische Modeschmuck am besten mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung kannst du das Tuch in etwas Seifenwasser tauchen und den Schmuck vorsichtig abtupfen. Lege Modeschmuck jedoch nicht ins Wasser und verzichte auf das Alufolie-Bad, da sich die Beschichtung lösen kann. Ganz wichtig: Trockne den Schmuck sofort und vollständig ab.

Grün angelaufener Modeschmuck

Grünliche Verfärbungen entstehen häufig, wenn das Kupfer im Metallkern mit Feuchtigkeit oder Schweiß reagiert. Leichte Verfärbungen lassen sich oft mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Seifenwasser entfernen. Ist die Beschichtung bereits abgerieben, lässt sich der ursprüngliche Glanz allerdings meist nicht vollständig wiederherstellen. Vorbeugend hilft es, Modeschmuck vor dem Duschen, Sport und Schwimmen abzulegen und ihn trocken aufzubewahren.

Edelstahlschmuck reinigen

Edelstahl ist besonders robust und pflegeleicht. Lauwarmes Wasser mit etwas Seife und ein weiches Tuch reichen in der Regel völlig aus. Spüle den Schmuck anschließend ab und trockne ihn gründlich. Verzichte auf Stahlwolle oder Scheuermittel, da sie die Oberfläche zerkratzen können.

Perlen und empfindliche Edelsteine richtig pflegen

Perlen gehören zu den empfindlichsten Schmuckmaterialien. Sie reagieren auf Säuren, Parfum, Haarspray und Kosmetik. Wische Perlen nach dem Tragen einfach mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab und lass sie anschließend an der Luft trocknen. Lege Perlenketten nicht in Wasser, da die Fäden aufweichen können, und verzichte auf Essig, Zitrone und Ultraschallreiniger. Eine bewährte Regel lautet: Perlen zuletzt anlegen, also nach Parfum und Haarspray.

Auch Opale, Türkise, Smaragde und Bernstein sind empfindlich. Sie vertragen weder Hitze noch Einweichen oder Ultraschall. Bei diesen Materialien ist ein weiches, leicht feuchtes Tuch die sicherste Wahl. Bei wertvollen Stücken lohnt sich im Zweifel der Weg zum Juwelier.

Ultraschallreiniger: Sinnvoll oder riskant?

Ultraschallreiniger lösen Schmutz mithilfe von Schwingungen im Wasser und erreichen auch schwer zugängliche Stellen. Für viele Schmuckstücke sind sie praktisch, für andere jedoch ungeeignet.

GeeignetNicht geeignet
Massiver Gold- und Silberschmuck ohne SteinePerlen, Opale, Türkise, Bernstein
Platin und EdelstahlSmaragde und andere oft behandelte Steine
Diamanten in sicherer FassungGeklebte Steine und Modeschmuck
Eheringe ohne SteinbesatzSchmuck mit lockeren Steinen

Prüfe vor jeder Reinigung, ob alle Steine fest sitzen. Durch die Vibration können sich bereits gelockerte Steine lösen.

Ringe, Ketten und Ohrringe reinigen: Darauf solltest du achten

Neben dem Material spielt auch die Art des Schmuckstücks eine Rolle. Ringe, Halsketten und Ohrringe sammeln Schmutz an unterschiedlichen Stellen und brauchen deshalb jeweils etwas besondere Aufmerksamkeit.

Ringe und Eheringe reinigen

Ringe werden besonders häufig getragen und kommen ständig mit Seife, Handcreme und Desinfektionsmittel in Kontakt. Vor allem unter Steinen und in Fassungen sammeln sich dadurch Rückstände, die den Stein matt wirken lassen. Lege den Ring in lauwarmes Seifenwasser und reinige die Unterseite der Fassung vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste. Bei Eheringen ohne Steine ist die Reinigung besonders einfach, da sie meist aus massivem Gold oder Platin bestehen.

Nutze die Reinigung gleich, um die Fassung zu kontrollieren: Wackelt ein Stein oder sind die kleinen Krallen verbogen, sollte der Ring vor dem nächsten Tragen von einem Goldschmied geprüft werden.

Halsketten reinigen

Feine Ketten verknoten leicht und sind deshalb etwas umständlicher zu reinigen. Schließe den Verschluss, bevor du die Kette ins Seifenbad legst, und bewege sie nur vorsichtig im Wasser. Zum Trocknen legst du die Kette am besten ausgestreckt auf ein weiches Tuch. Besonders wichtig ist der Verschluss, denn dort sammeln sich Schweiß und Hautfett, die zu Verfärbungen führen können.

Ohrringe reinigen und hygienisch pflegen

Ohrringe sollten nicht nur glänzen, sondern auch hygienisch sauber sein, da sie direkt mit der Haut im Ohrloch in Kontakt kommen. Reinige die Stecker und Bügel regelmäßig mit Seifenwasser und wische sie anschließend mit einem Wattepad und etwas Alkohol ab. Bei Ohrringen mit Perlen oder empfindlichen Steinen behandelst du nur den Stecker auf diese Weise und schützt den Schmuckteil vor dem Alkohol.

Hausmittel im Check: Was hilft wirklich?

Im Internet kursieren zahlreiche Tipps zum Schmuck reinigen. Nicht alle sind empfehlenswert. Die folgende Übersicht zeigt, welche Hausmittel sich bewährt haben und wo Vorsicht geboten ist.

HausmittelWirkungGeeignet fürRisiko
Mildes SpülmittelLöst Fett und SchmutzFast alle MaterialienGering
Alufolie mit Salz oder NatronEntfernt dunkle SilberbelägeMassives Silber ohne SteineNicht für Steine, Perlen, oxidiertes Silber
NatronpasteLeicht reinigendRobustes SilberKann bei starkem Reiben Spuren hinterlassen
ZahnpastaSchleifendNur ohne SchleifpartikelKratzer auf weichen Metallen
Essig oder ZitroneSäurehaltigKaum empfehlenswertSchädlich für Perlen, Steine, Beschichtungen
GebissreinigerSprudelnde ReinigungMassiver Schmuck ohne SteineNicht für Perlen und Modeschmuck

Unser Fazit zu den Hausmitteln: Mildes Spülmittel ist die sicherste Allround-Lösung. Für stark angelaufenes Silber ohne Steine ist das Alufolie-Bad eine wirksame Ergänzung. Säuren und schleifende Mittel solltest du dagegen meiden.

Wie oft sollte man Schmuck reinigen?

Wie häufig du deinen Schmuck reinigen solltest, hängt vor allem davon ab, wie oft du ihn trägst. Schmuckstücke, die täglich mit Haut, Seife und Cremes in Berührung kommen, verschmutzen schneller als Stücke, die nur zu besonderen Anlässen getragen werden.

TragehäufigkeitEmpfohlene Pflege
Täglich getragener SchmuckNach dem Tragen kurz abwischen, etwa alle zwei bis vier Wochen sanft reinigen
Gelegentlich getragener SchmuckVor dem Einräumen abwischen, bei Bedarf reinigen
Selten getragener SilberschmuckVor dem Tragen mit dem Silberputztuch auffrischen
Wertvoller Schmuck mit SteinenRegelmäßig die Fassungen kontrollieren, gelegentlich beim Juwelier prüfen lassen

Nach der Reinigung: Schmuck richtig trocknen und aufbewahren

Die beste Reinigung bringt wenig, wenn der Schmuck danach feucht oder ungeschützt gelagert wird. Gerade Silber läuft deutlich schneller an, wenn es offen an der Luft liegt oder mit anderen Schmuckstücken aneinanderreibt.

Frisch gereinigter Schmuck aus Silber und Gold, getrennt aufbewahrt in einem Schmuckkästchen aus Holz mit Samtfutter und Fächern

Trockne deinen Schmuck nach jeder Reinigung vollständig mit einem weichen Tuch und lass ihn anschließend noch einige Minuten an der Luft liegen, bevor du ihn einräumst. Bewahre ihn danach getrennt, trocken und möglichst geschlossen auf. Eine Schmuckschatulle mit weichem Innenfutter und getrennten Fächern schützt vor Kratzern, Staub und Luftfeuchtigkeit und verhindert, dass sich Ketten verknoten.

Zusätzlich helfen kleine Tricks: Ein Stück Tafelkreide oder ein Silicagel-Beutel im Schmuckkästchen nimmt Feuchtigkeit auf. Selten getragenes Silber kannst du zusätzlich in ein Baumwolltuch wickeln. Das Badezimmer ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit dagegen kein guter Ort für Schmuck. Wo der ideale Platz in deiner Wohnung ist, erfährst du in unserem Ratgeber Wie bewahre ich Schmuck am besten im Schrank auf?.

Merksatz: Saubere Hände, trockener Schmuck, ein fester Platz im Schmuckkästchen: Mit diesen drei Gewohnheiten musst du deinen Schmuck deutlich seltener reinigen.

Wann solltest du lieber zum Juwelier gehen?

Viele Reinigungen lassen sich problemlos zu Hause durchführen. In einigen Fällen ist der Gang zum Juwelier oder Goldschmied jedoch die bessere Wahl:

  • bei sehr wertvollem oder antikem Schmuck,
  • bei Schmuck mit empfindlichen oder unbekannten Edelsteinen,
  • wenn sich Steine gelockert haben oder Krappen verbogen sind,
  • bei tiefen Kratzern, die eine Politur erfordern,
  • wenn rhodiniertes Weißgold gelblich durchscheint und neu rhodiniert werden sollte,
  • bei Perlenketten, die neu aufgefädelt werden müssen.

Video: Schmuck reinigen wie ein Profi

Wie eine Goldschmiede Gold- und Silberschmuck reinigt und wieder zum Glänzen bringt, zeigt das folgende Video Schritt für Schritt. Besonders hilfreich ist es, die Handgriffe einmal in Bewegung zu sehen, bevor du dich an deinen eigenen Schmuck wagst.

8 typische Fehler beim Schmuck reinigen

1. Alle Schmuckstücke gleich behandeln

Silber, Gold, Modeschmuck und Perlen haben ganz unterschiedliche Ansprüche. Eine Methode für alles führt schnell zu Schäden.

2. Zu aggressive Mittel verwenden

Scheuermittel, Bleiche oder Chlor greifen Metalle und Steine an. Weniger ist beim Schmuck reinigen fast immer mehr.

3. Zu fest schrubben

Harte Bürsten und starker Druck hinterlassen feine Kratzer, vor allem auf Silber und Gold.

4. Modeschmuck einweichen

Wasser kann unter die Beschichtung gelangen und sie lösen. Ein feuchtes Tuch reicht.

5. Schmuck nicht richtig trocknen

Restfeuchtigkeit in Verschlüssen und Fassungen begünstigt Verfärbungen. Trockne jedes Stück gründlich.

6. Perlen mit Säuren behandeln

Essig und Zitrone können die empfindliche Oberfläche von Perlen dauerhaft angreifen.

7. Steine vor dem Ultraschallbad nicht prüfen

Lose Steine können sich durch die Vibration lösen und verloren gehen.

8. Schmuck nach der Reinigung offen liegen lassen

Offen gelagertes Silber läuft schneller wieder an. Ein geschlossenes Schmuckkästchen verlängert den Glanz deutlich.

Checkliste: Schmuck reinigen in 5 Schritten

  1. Material bestimmen: Silber, Gold, Modeschmuck, Edelstahl, Perlen oder Edelsteine?
  2. Steine und Fassungen prüfen: Sitzt alles fest?
  3. Passende Methode wählen und immer mit der sanftesten beginnen.
  4. Gründlich abspülen und vollständig trocknen.
  5. Getrennt, trocken und geschlossen im Schmuckkästchen aufbewahren.

FAQ: Häufige Fragen zum Schmuck reinigen

Wie bekomme ich angelaufenen Schmuck wieder glänzend?

Angelaufenes Silber lässt sich mit einem Bad aus heißem Wasser, Salz oder Natron und Alufolie wieder zum Glänzen bringen. Für leichte Verfärbungen reicht oft ein Silberputztuch. Gold und Modeschmuck reinigst du dagegen schonend mit mildem Seifenwasser und einem weichen Tuch.

Wie bekommt man verfärbten Schmuck wieder sauber?

Das hängt vom Material ab. Bei Silber helfen Spülmittelbad, Alufolie-Bad oder Silberputztuch. Bei vergoldetem oder versilbertem Modeschmuck solltest du nur vorsichtig mit einem feuchten Tuch arbeiten, da sich die Beschichtung sonst lösen kann.

Wie reinige ich Gold und Silber?

Beide Metalle lassen sich mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen mildem Spülmittel und einer weichen Zahnbürste reinigen. Für stark angelaufenes Silber ohne Steine eignet sich zusätzlich das Alufolie-Bad. Gold solltest du von Chlor fernhalten.

Wie reinige ich grün angelaufenen Modeschmuck?

Wische den Schmuck mit einem weichen Tuch und etwas mildem Seifenwasser ab und trockne ihn sofort gründlich. Ist die Beschichtung bereits abgerieben, lässt sich der ursprüngliche Zustand meist nicht vollständig wiederherstellen.

Kann man Silberschmuck mit Zahnpasta reinigen?

Davon ist eher abzuraten, da viele Zahnpasten Schleifpartikel enthalten, die das weiche Silber zerkratzen können. Schonender sind Spülmittel, ein Silberputztuch oder das Alufolie-Bad.

Funktioniert Alufolie mit Natron oder Salz wirklich?

Ja. Bei massivem Silber löst die elektrochemische Reaktion zwischen Silber und Aluminium den dunklen Belag aus Silbersulfid. Die Methode eignet sich jedoch nicht für Schmuck mit Steinen, Perlen, geklebten Elementen oder bewusst geschwärztem Silber.

Darf jeder Schmuck in den Ultraschallreiniger?

Nein. Massives Gold, Silber, Platin und Diamanten in sicherer Fassung sind meist unproblematisch. Perlen, Opale, Türkise, Smaragde, Bernstein, geklebte Steine und Modeschmuck gehören dagegen nicht in den Ultraschallreiniger.

Wie reinige ich Perlenschmuck?

Wische Perlen nach dem Tragen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab und lass sie an der Luft trocknen. Verzichte auf Einweichen, Säuren und Ultraschall, und lege Perlen erst nach Parfum und Haarspray an.

Wie oft sollte ich meinen Schmuck reinigen?

Täglich getragenen Schmuck solltest du nach dem Tragen kurz abwischen und etwa alle zwei bis vier Wochen sanft reinigen. Selten getragene Stücke reinigst du bei Bedarf, zum Beispiel vor einem besonderen Anlass.

Wie verhindere ich, dass Silberschmuck anläuft?

Bewahre Silber trocken, sauber und geschlossen auf, am besten getrennt von anderem Schmuck in einem Schmuckkästchen mit weichem Innenfutter. Lege Silberschmuck vor dem Duschen, Sport und Schwimmen ab und bringe ihn möglichst wenig mit Cremes und Parfum in Kontakt.

Fazit: Schmuck reinigen ist einfacher, als du denkst

Ob Silber, Gold, Modeschmuck oder Perlen: Mit der richtigen Methode bekommst du fast jedes Schmuckstück zu Hause wieder zum Glänzen. In den meisten Fällen reichen lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel und eine weiche Zahnbürste völlig aus.

Für stark angelaufenes Silber ohne Steine ist das Alufolie-Bad eine wirksame Ergänzung, während Modeschmuck, Perlen und empfindliche Edelsteine nur sanft mit einem feuchten Tuch gepflegt werden sollten. Säuren, Scheuermittel und Chlor solltest du dagegen grundsätzlich meiden.

Und denke daran: Die beste Pflege beginnt nach der Reinigung. Wenn du deinen Schmuck trocken, getrennt und geschlossen in einem Schmuckkästchen aufbewahrst, bleibt er deutlich länger schön und muss viel seltener gereinigt werden.

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